Erneuter Besuch der Theatergruppe Radiks an der Leo-von-Klenze-Berufsschule

„Wir waren doch mal Freunde (Blick zurück nach vorn)“

Dies war der Titel der diesjährigen Aufführung des Ensambles Radiks aus Berlin an der 150 Schülerinnen und Schüler auf Einladung der Jugendsozialarbeit der Leo-von-Klenze-Berufsschule teilnahmen.

Die beiden Schauspieler Svenja Otto und Richard Rabeus schafften es auf beeindruckende Weise, mit einfachsten Mitteln und ohne technische Unterstützung eine Stunde lang alle Beteiligten in ihren Bann zu ziehen.

Das Theaterstück handelt von dem 16jährigen Joscha, der einen Obdachlosen aus einem brennenden, sich im Bau befindlichen Asylheim rettet. Aber was hatte Joscha überhaupt um 22 Uhr dort zu suchen? Und welche Rolle spielt seine Schwerster Marion?

Joscha wird in die rechte Szene gesteckt und selbst verdächtigt, das Asylheim angezündet zu haben. Als würde ihn das Ganze nicht schon genug belasten, erhält seine alleinerziehende Mutter aufgrund des Vorfalls nicht den versprochenen Job. In der Schule soll er mit der gläubigen Muslima Melek ein Projekt zum Thema Zukunft erarbeiten. Die beiden waren als Kinder zusammen mit Joschas Schwester Marion und Meleks Cousin Murat mal richtig gute Freunde. Heute begegnen sie sich mit Vorurteilen und gegenseitigem Misstrauen.

Mit einer unglaublichen Dynamik werden die Thematiken Fremdenfeindlichkeit, Ehre, Vertrauen und Toleranz dem größtenteils jugendlichen Publikum hautnah präsentiert.

Vergeblich wartet man auf den erhobenen Zeigefinger und gerade deswegen regt das Stück dazu an sich offen mit den Inhalten auseinander zu setzten.

Dies zeigt auch die an das Stück anschließende Diskussion mit den Schauspielern.

„Wir waren doch mal Freunde“ wirkt nach und regt zum Nachdenken und Diskutieren an. Und somit eröffnet es die Möglichkeit zu mehr gegenseitiger Toleranz und Anerkennung.

Sylvia Gartner, JaS